Mitlaufende konische Spannhülsen

Bei Futterdrehteilen, welche von vorgesägten Stangen gefertigt werden, ergibt sich immer wieder das Problem, dass die Stangenenden im Spindelrohr ungeführt sind. Dadurch werden sie aus der Mittelachse ausgelenkt und so bei sich erhöhender Drehzahl immer unwuchtiger.

Dies führt zu starken Vibrationen die sich bis nach vorne auf das zu fertigende Drehteil auswirken können. Das Ergebnis sind maßliche Ungenauigkeiten und unrund gefertigte Teile. Es kann bis zum Lösen der Teilespannung kommen. Des Weiteren schadet natürlich der unwuchtige Lauf des Rohmaterials der gesamten Maschine, deren Lager bis hin zum Maschinenfundament.

Das gesamte Problem wird im allgemeinen durch eine Distanzhülse gelöst, welche am Ende des Spindelrohres aufgesetzt wird. Jedoch funktioniert dies nur solange man dem Materialdurchmessern entsprechende Büchsen besitzt. Wo es bei Blankmaterial noch möglich ist, ergeben sich bei Schwarzmaterial durch die großen Durchmessertoleranzen schon gewisse Probleme, auch bei Profilstäben wird die Lösung schwierig. Die größten Schwierigkeiten entstehen jedoch, egal um welches Material es sich handelt, sobald das Rohmaterial kürzer als das Spindelrohr wird. Denn die bisher bekannten Distanzhülsen lassen sich nicht sicher im Spindelrohr mitführen.

Diese ganzen Probleme lassen sich durch die neuartigen mitlaufenden Spannhülsen beheben. Diese Spannhülsen besteht aus drei Teilen, der Spannmutter, des Konuskörpers und den konischen Einsätzen. Durch das Verdrehen der Spannmutter werden die konischen Einsätze im Innendurchmesser verändert. Die Durchmesserveränderung beträgt bis zu mehreren Millimetern. Dadurch können Durchmesserunterschiede des Materials ausgeglichen werden. Durch das Verdrehen der Spannmutter erfolgt auch ein festklemmen auf der Materialoberfläche.

Dies hat zur Folge, daß beim Vorziehen des Rohmaterials die gesamte Spannhülse mitgezogen wird und so das Material nicht herausrutschen kann. Durch die zentrische Spannung der konischen Einsätze ergibt sich ein fibrationsfreier Maschinenlauf. Dies ermöglicht höhere Schnittgeschwindigkeiten und ergibt höhere Standzeiten des Werkzeuges. Auch die Teilegenauigkeit wird erhöht, da sich keine Auslenkungen des im Spindelrohr befindlichen Rohmateriales auf das Fertigteil auswirken können. Die mitlaufende Spannhülse ist in allen gängigen Spindelrohrdurchmessern erhältlich. Die konischen Einsätze gibt es als Rund, Vierkant und Sechskant. Es lassen sich auch kundenspezifische Querschnitte herstellen.